VNT | 19.09.2007
Das Ende der Reisekataloge?
Es war einmal die Reisebranche mit ihren Katalogen. Urlauber strömten in die Reisebüros, um sie zu holen, suchten sich selbst ihre Reisen aus und kamen zur Buchung zurück. Heute, bei einem stetig steigenden Anteil der Online-Buchungen, sieht das Leben in der Touristik anders aus: So genannte virtuelle Veranstalter sparen sich den aufwändigen Druck der dicken Kataloge – und damit viel Geld. Einen großen Teil dieser Ersparnis können sie an die Endkunden weiter geben – und „ärgern“ damit zum Vorteil des Kunden manchen Branchenriesen.
Die virtuellen Veranstalter haben flache Kostenstrukturen, sind schnell und reagieren sehr dynamisch auf veränderte Märkte. Sie müssen im Gegensatz zu den Katalog-Veranstaltern nicht Monate vorher festlegen, wohin die Reise geht und was sie kostet – bei Unternehmen wie Vtours GmbH, LMX Touristik GmbH, Urlaubstours GmbH, Jasmin Taylor GmbH oder MyBalearen GmbH gebuchte Reisen wurden oft wenige Minuten vorher auf Flug, Hotel und Transfer zusammen gestellt – schnelle Internettechnologie machts möglich. Da heute praktisch alle Reisebüros online auf ihre Daten zugreifen, funktioniert das im Web so gut wie im Reisebüro. Wer also am Bürotresen nach seinem Lieblingsziel fragt, kann schnell über das Terminal bedient werden.
Davon profitieren die Urlauber, da so auch Billigflieger und tagesaktuelle Angebote, etwa von Hotels, berücksichtigt werden. Außerdem sind individuelle Reisetermine möglich, die starren 7, 10 oder 14 Tage müssen nicht mehr sein.
Auf die Sicherheit und Qualität einer gebuchten Reise hat der Weg der Reisebuchung keinen Einfluss. Denn am Ende sitzt jemand, der bei einem virtuellen Veranstalter gebucht hat, im gleichen Ferienflieger und am gleichen Hotelstrand wie ein Kunde der Katalogveranstalter. Auch die rechtlichen Auflagen etwa für Versicherungen sind die gleichen und die Beratung hängt ohnehin nicht vom Anbieter, sondern von der Qualität der Verkaufsstelle ab.
Läuten die Virtuellen damit das Ende der Katalog-Dinosaurier ein? "Nicht unbedingt", sagt Hans Simon, Vorsitzender des Verbands Neue Touristik, in dem die marktführenden virtuellen Veranstalter vertreten sind, "unsere jungen Wilden haben einerseits gute Marktanteile erreichen können, andererseits wird noch immer viel über Katalog gebucht. Aber dieses neue Vertriebs- und Produktionsmodell hat die Großen aufgeschreckt und zum Teil verunsichert. Sie überdenken jetzt ihre Geschäftsmodelle und setzen verstärkt auf Direktvertrieb, denn der Kostendruck in der Touristik ist enorm".
Über den Verband Neue Touristik (VNT)Der Verband Neue Touristik (VNT) wurde als Interessensvertretung touristischer Mittelständler gegründet. Praktisch alle wichtigen Unternehmen dieses Segments sind im VNT vertreten. Ihnen gemein ist der Internet-Vertrieb, doch gleichzeitig gibt es eine breite Fächerung, die die Vielfalt in der Touristik abbildet: Von reinen Internet-Portalen, Mischformen mit der Kombination aus stationärem und Internet-Vertrieb über Versicherer und Veranstalter bis zu Struktur- und TV-Vertrieb. Ziele des VNT sind es, beim Verbraucher mehr Vertrauen in die Online-Buchung von Reisen zu schaffen und die VNT-Mitglieder zu stärken. Hierzu setzt der VNT auf gemeinsame Qualitätsstandards und Sicherheitsrichtlinien sowie Synergien bei der Einkaufspolitik und technischen Entwicklungen. Das vom VNT entwickelte Qualitäts- und Sicherheitssiegel dürfen nur Anbieter tragen, die sich strengen Auflagen unterworfen haben.
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